Gute Stimmung in der regionalen Wirtschaft

Freitag 28. Jan. 2011

IHK-Konjunkturbericht: Unternehmen zuversichtlich

Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – Die Unternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region sind „anhaltend optimistisch“ in das neue Jahr gestartet. Und die Aussichten für die regionale Wirtschaft bleiben nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen gut. „Es spricht vieles dafür, dass der konjunkturelle Schwung ausreicht, um auch in 2011 für ein erfreuliches Wachstum zu sorgen“, resümierte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage, die er heute (28. Januar) in Münster präsentierte.
Fast jedes zweite Unternehmen (43 Prozent) beurteilt die derzeitige Geschäftslage als gut – ein Plus von fünf Punkten gegenüber dem bereits hohen Wert aus der vorangegangenen Umfrage im Sommer. Nur knapp sechs Prozent bezeichnen sie als schlecht. Mehr noch: Der Anteil der Unternehmen, die in diesem Jahr mit besseren Geschäften rechnen, ist noch einmal auf über 34 Prozent gestiegen. Dass sich die Geschäfte schlechter entwickeln, erwarten nur knapp sieben Prozent der Unternehmen.
Die gute Stimmung schlägt sich auch im IHK-Konjunkturklimaindikator nieder, der in einem Wert die Lageeinschätzung und die Zukunftserwartungen der Unternehmen ausdrückt. Er kletterte von 126 auf 132,5 Punkte, den höchsten Wert seit den neunziger Jahren.
Als einen Grund für die „bemerkenswerte Zuversicht“ der Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region führt Schulte-Uebbing die Wirtschaftsstruktur der Region an. Er spricht von einer nachlaufenden Konjunktur: Die Region ist stark von Zulieferbetrieben geprägt, die eher im hinteren Teil der Wertschöpfungsketten liegen, und vom Maschinenbau, der zeitverzögert vom Aufschwung erfasst wurde.
In einer „besonders erfreulichen Situation“, so Schulte-Uebbing befindet sich die nord-westfälische Industrie, „die vom Exportzuwachs des vergangenen Jahres stark profitiert hat“. Wenngleich der Auslandsumsatz der produzierenden Betriebe im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region noch nicht wieder auf dem Niveau von 2007 liegt: im vergangenen Jahr ist der Export um mehr als 20 Prozent gestiegen. Und nach Einschätzung der Unternehmen wird das Auslandsgeschäft in diesem Jahr weiter zulegen, wobei die Zuversicht mit steigender Betriebsgröße zunimmt. „Es sind besonders die großen Unternehmen, die sich weiterhin gute Zukunftschancen auf den starken Märkten dieser Welt ausrechnen“, interpretiert der IHK-Hauptgeschäftsführer die Antworten der Konjunkturumfrage.
Fast 40 Prozent der Unternehmen, drei Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr, erwarten, dass das Geschäft mit ausländischen Kunden noch zulegt. Nur eine Minderheit von sieben Prozent rechnet mit geringeren Exportumsätzen als im Augenblick. „Die Dynamik aus dem Auslandsgeschäft wird die Auslastung der Unternehmen in Nord-Westfalen noch weit ins Jahr 2011 hinein stützen“, prognostizierte Schulte-Uebbing für die Region.
Der grundlegende Optimismus in den nord-westfälischen Unternehmen, die die steigenden Energie- und Rohstoffpreise mehrheitlich (54 Prozent) als größtes Risiko für weiteres Wachstum nannten, liefert die Basis für eine robuste Investitionsbereitschaft: der Anteil der Unternehmen, die ihre Investitionen im Inland erhöhen wollen, klettert um fast zehn Prozentpunkte auf knapp 33 Prozent – der höchste Wert seit dem Sommer 2007. „Nicht überrascht“ ist der IHK-Hauptgeschäftsführer deshalb, dass weiterhin knapp ein Viertel der Unternehmen Mitarbeiter einstellen wollen. „Die Chancen stehen gut, dass die Beschäftigungssituation noch besser wird als 2010“, so Schulte-Uebbing: „Das stabilisiert die Binnennachfrage und verbreitert so das Fundament des Aufschwungs“.

>>Vollständiger IHK-Konjunkturbericht<<

<- Zurück zu: Aktuelles