Die deutsche Industrie "steht unter Dampf"

Montag 18. Apr. 2011

Rekordbeschäftigung rückt wieder in greifbare Nähe

In der deutschen Industrie werden nach den Erwartungen von Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), im Jahresschnitt knapp 100.000 neue Jobs entstehen.

"Die Krise ist verdaut", sagte Treier der Nachrichtenagentur Reuters, nachdem das Statistische Bundesamt am Freitag mitgeteilt hatte, dass die Industrie im Februar erstmals seit knapp anderthalb Jahren wieder mehr als fünf Millionen Mitarbeiter beschäftigte. "Die Industrie steht sehr gut da."

Die insgesamt 5,005 Millionen Arbeitnehmer in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes bedeuteten gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 1,9 Prozent. Der im September 2008 erreichte Beschäftigungshöchststand hatte bei knapp 5,3 Millionen gelegen, der Tiefpunkt nach der Finanzkrise im April 2010 bei 4,9 Millionen.

"Die Industrie steht unter Dampf", erklärte Volker Treier die aktuelle Entwicklung. "Die Auftragseingänge sind hoch, in vielen Branchen sind die Unternehmen überdurchschnittlich ausgelastet. Im Jahresschnitt dürften deshalb knapp 100.000 neue Jobs entstehen."

Er gab jedoch zu bedenken, dass viele Arbeitgeber über Fachkräfteengpässe klagen. "Fast jedes dritte Unternehmen hat Probleme bei der Besetzung offener Stellen", berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Das ist ein Hemmnis für den Aufschwung." Auf jede fehlende Fachkraft kämen drei weitere Beschäftigte, die nicht eingestellt werden könnten. Risiken stellten außerdem der teure Euro, die steigenden Energie- und Rohstoffpreise sowie die Schuldenkrise in Europa dar.

"Entscheidend aber bleibt, ob die Weltwirtschaft weiter robust wächst und den Industriestaaten ein nachhaltiger Aufschwung gelingt", sagte Treier. "Dann rückt die Rekordbeschäftigung wieder in greifbare Nähe, wenn auch noch nicht in diesem Jahr."

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