Bundes- und Landespolitik zu Gast bei der IHK (v.l.): Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und die nordrhein-westfälische Landesministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren wurden von IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-F. Schulte-Uebbing und IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer begrüßt.

"Industrie braucht Energie und wir Industrie"

Freitag 15. Jul. 2011

Energiewende war Thema beim IHK-Sommerempfang

Münsterland/Emscher-Lippe-Region. - Die politische Energiewende der Bundesregierung an sich ist für die nord-westfälische Wirtschaft „kein Problem. Für die Unternehmerinnen und Unternehmer ist vielmehr entscheidend, ob Energie verlässlich und kostengünstig zur Verfügung steht“, betonte Dr. Benedikt Hüffer heute (14. Juli) beim Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. „Das ist für die Wirtschaft das zentrale Problem“, so der IHK-Präsident vor den rund 400 Gästen*, unter ihnen auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und die nordrhein-westfälische Landesministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren, sowie Abgeordnete, Landräte und Bürgermeister. Der IHK-Empfang gilt als eines der wichtigsten Treffen für das wirtschaftspolitische Netzwerk in der Region.

Hüffer zeigte sich überzeugt, dass die Unternehmen die Energiewende „positiv begleiten“. Einem Konsens auf Basis eines ideologiefreien Energiemixes stünden sie offen gegenüber. Sie erwarteten aber von der Politik ein klares, umsetzbares und verlässliches Energiekonzept, berichtete der IHK-Präsident aktuell aus der Sitzung der Vollversammlung, die sich direkt vor dem Jahresempfang zur Energiewende positioniert hatte.

„Die Wirtschaft braucht schnelle, abgewogene und nachhaltige Entscheidungen“, betonte Hüffer. „Dabei müssen wir jedoch aufpassen, dass wir Geschwindigkeit nicht mit Hektik verwechseln“, zitierte er aus dem Handelsblatt. „Denn bei allem Reformeifer darf nicht der Industriestandort NRW aufs Spiel gesetzt werden“, warnte er und verwies auf die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie für Nord-Westfalen. „Die Industrie braucht Energie und wir brauchen die Industrie“, brachte es Hüffer auf den Punkt. Der starke industrielle Kern sei der Grund, warum Deutschland die Finanz- und Wirtschaftskrise so gut überstanden habe.

In Nord-Westfalen arbeiten rund 245.000 von insgesamt über 780.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Industrie. Die Bruttowertschöpfung der Industrie liegt bei 20 Milliarden Euro, insgesamt bei 68 Milliarden. „Damit ist die Industrie unser starkes Drittel“, verdeutlichte der IHK-Präsident, „das starke Drittel“, das im Übrigen von nur 5.000 Unternehmen erwirtschaftet werde, also vier Prozent aller Unternehmen.

Auf die Rolle der Industrie als zentraler Motor der wirtschaftlichen Entwicklung machen seit einigen Wochen auch inzwischen über 110 Unternehmen aufmerksam, die die Initiative „In|du|strie. Gemeinsam. Zukunft. Leben.“ als Botschafter in der Region unterstützen. Durch stärkere Offenheit und mehr Kommunikation mit der Bevölkerung vor Ort wollen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren ein besseres Verständnis für die Belange der Industrie erreichen. Hüffer warb bei den Gästen des Jahresempfangs dafür, die Initiative zu unterstützen.

Von dem aus Sicht der IHK nicht auszuschließenden Energiemangel zum bereits jetzt spürbaren Fachkräftemangel: Den bezeichnen rund ein Viertel der Unternehmen nach einer IHK-Umfrage „als eines der größten Risiken“ der wirtschaftlichen Entwicklung. Hüffer: „Die Folgen des demografischen Wandels und damit die Fachkräftesicherung stehen für viele Unternehmen ganz oben auf der Tagesordnung“. Und damit auch für die IHK Nord Westfalen, die die Fachkräftesicherung zum Jahresschwerpunkt ihrer Arbeit gemacht und neue Instrumente dafür entwickelt hat. Etwa das Modell „Ausbildung kompakt“, das „in einem Schritt“, so Hüffer, in vier Jahren „vom Azubi über die Weiterbildung zum Meister oder Fachwirt“ führt. Es dient dazu, Fachkräfte an den Betrieb zu binden und ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

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