Über die Energiewende diskutierten (v.l.): Bernd Groß (WiN Emscher-Lippe), Dr. Hermann-Josef Korte (Infracor), Katharina Kihm (WiN Emscher-Lippe), Andreas Steidle (Infracor), Dirk Böttcher (Rheinzink), Dr. Peter Heinacher (RWE), Dr. Ingo Westen (WiN Emscher-Lippe), Dr. Jörg Marth (ChemSite-Initiative), Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky (Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk), Dr. Karl-Heinz Walter (Sabic Polyolefine), Martin Trennhaus (Vestolit), Dr. Thomas Pinger (Voigt & Schweitzer)

Die Energiewende bewegt die Unternehmen in der Region

Mittwoch 12. Sep. 2012

Staatssekretär besucht ChemSite

Versorgungssicherheit, Netzstabilisierung, Förderung der erneuerbaren Energien aber auch Sonderregelungen. Darüber diskutieren Vertreter der Unternehmen mit NRW Staatssekretär Dr. Horzetzky auf Einladung der ChemSite-Initiative.

Marl, 12. September 2012: Viel Zeit nahm sich Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk zu einem Gespräch mit Unternehmen aus dem Umfeld der ChemSite-Initiative und der Chemie-Netzwerkeprojekte der WiN Emscher-Lippe. Die Energiewende war Thema der von Dr. Westen, Geschäftsführer der WiN Emscher-Lippe GmbH und früher Vorstandsmitglied der RWE Gas AG, moderierten Veranstaltung. Dr. Heinacher, Leiter Energiepolitik bei RWE, führte in das Thema ein.

Die Diskussion zeigte, dass ChemSite damit ein zentrales Thema angesprochen hat, mit dem sich die Unternehmen der Chemie intensiv und konstruktiv auseinandersetzen. Im Gespräch mit dem Staatsekretär stellten die Unternehmen ihre Sorgen und Probleme, aber auch eigene Überlegungen und Lösungsansätze dar. Dazu gehört auch die Frage, wie man den eigenen Strombedarf einem zeitlich schwankenden Stromangebot aus erneuerbaren Energien anpassen kann. So bieten einzelne auch in Marl genutzte sehr stromintensive Produktionsprozesse die Möglichkeit, Strom in Form der erzeugten Zwischenprodukte verlustfrei zu speichern.

Der Staatssekretär begrüßte die konstruktive Herangehensweise der Unternehmen. Bei allen offenen Fragen und ungelösten Problemen, werde die Energiewende konstruktiv angegangen. "Die Beispiele aus den einzelnen Branchen helfen mir in der politischen Argumentation weiter. Deshalb ist mir der direkte Austausch mit Vertretern der Unternehmen sehr wichtig", sagte Staatssekretär Dr. Horzetzky.

Die Sorge um den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit ist bei den Unternehmen aber groß. Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen häufig die personellen Ressourcen zur Verfolgung der sich ständig ändernden gesetzlichen Regelungen und zur Nutzung der beschlossenen Vergünstigungen. Im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Diskussion um die Kosten der Energiewende für die Verbraucher wurde von den Unternehmen die Wichtigkeit des Erhaltes der Wertschöpfungsketten betont. Ein Wegbrechen einzelner Unternehmen in der Lieferkette könnte die Existenz regionaler Unternehmen gefährden.

"Energieintensive Unternehmen wie die Chemieindustrie sind Teil der Wertschöpfungsketten des Industrielandes Nordrhein-Westfalen. Wenn wir die Wirtschaftskraft unseres Landes erhalten wollen, müssen wir ihnen international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bieten", betonte Dr. Horzetzky. "Daher verteidigt die Landesregierung auch die Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen bei den Umlagen aus der Förderung Erneuerbarer Energien." Dieses klare Statement wurde von den Unternehmensvertretern sehr begrüßt. "Die jüngste Krise zeigt, wie wichtig der Erhalt der Industrie für unser Land ist. Industrie und Verbraucher dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden", so Dr. Marth, Leiter der ChemSite-Initiative.

Bei der Umsetzung der Energiewende mahnten die Unternehmensvertreter einen Masterplan an, der als nationale Aufgabe verstanden werden müsse. "Die Energiewende taugt nicht zur parteipolitischen Profilierung. Bund und Länder müssen hier parteiübergreifend an einem Strick ziehen und die Auswirkungen auf die Industrie kontinuierlich messen", da waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

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