Beste Perspektiven: ZINQ bildet aus

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ging die Voigt & Schweitzer-Gruppe einen ungewöhnlichen Weg: Im Alleingang schuf der Oberflächenveredler mit Stammsitz in Gelsenkirchen einen Ausbildungsberuf für eine gesamte Branche. Der Lehrberuf „Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik mit Schwerpunkt Feuerverzinken“ vermittelt den Auszubildenden das Feuerverzinken von der Pike auf und ist gleichzeitig Grundlage für hervorragende Karriereperspektiven in der Unternehmensgruppe.

Sicherung des Führungsnachwuchses

Dirk Rothmann, Werk- und Ausbildungsleiter bei Voigt & Schweitzer
Dirk Rothmann, Werk- und Ausbildungsleiter bei Voigt & Schweitzer

„Wir wollten für uns ausbilden – und zwar auch für unsere Führungspositionen“, so Dirk Rothmann, Werkleiter und verantwortlich für die gewerblichen Auszubildenden bei Voigt & Schweitzer. Steigende Anforderungen der Kunden erforderten eine höhere fachliche Qualifikation der Mitarbeiter. Rothmann: „Es reichte nicht mehr, einfach nur einen Draht krummzumachen, um ein Teil an das Reck zu hängen. Das Unternehmen wuchs und die Aufgaben für unsere gewerblichen Kollegen wurden immer komplexer: Prozesstechnik, Ablaufsteuerungen, Aufschreibungen. Das war man in unserer Branche so erstmal nicht gewohnt.“ Das Unternehmen brauchte also dringend gut ausgebildete Facharbeiter. Doch das Feuerverzinken als technischer Ausbildungsberuf stand im wiedervereinten Deutschland nicht auf dem Lehrplan. Auf Initiative des geschäftsführenden Gesellschafters, Lars Baumgürtel, und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft und Technologie und den zuständigen Fachverbänden schuf Voigt & Schweitzer deshalb seinen eigenen Lehrberuf: den „Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik mit Schwerpunkt Feuerverzinken“.

Innovative Ausbildung

„Die Etablierung dieses Lehrberufs war absolut innovativ“, erklärt Rothmann. „Wir haben die Ausbildung dem Lehrberuf Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik angeschlossen, dabei aber unseren Schwerpunkt auf das Feuerverzinken gelegt.“ Mit 18 Auszubildenden startete 2001 der erste Jahrgang; mittlerweile wurden über 100 Facharbeiter ausgebildet. Die Besonderheit: in jedem Ausbildungsjahrgang belegen die zukünftigen Feuerverzinker eine komplette Berufsschulklasse im Gelsenkirchener Berufskolleg Technik und Gestaltung. Mehr als 50 Prozent von allen Ausbildungsjahrgängen sind noch heute im Unternehmen tätig – und das meist in verantwortungsvollen Positionen.

Ausbildung als Karrieresprungbrett

Vom Auszubildenden zum Produktionsleiter: Tobias Friedrich
Vom Auszubildenden zum Produktionsleiter: Tobias Friedrich

Ein gutes Beispiel dafür ist Tobias Friedrich. Er gehörte zu den ersten, die den neuen Ausbildungsberuf bei Voigt & Schweitzer absolvierten. Nach der Ausbildung baute er den Standort Hagen und das neue Verfahren MICROZINQ® mit auf und marschierte in Rekordzeit die Karriereleiter hoch: vom Facharbeiter zum Gruppenführer von vier Mann, anschließend Nachbearbeitungsleiter, dann Schichtführer, daraufhin erhielt er eine Stabsstelle in der Produktionsleitung und wurde schließlich stellvertretender Produktionsleiter. Parallel dazu drückte Friedrich die Schulbank in der Abendschule und bildete sich zum staatlich geprüften Techniker und anschließend zum Wirtschaftstechniker weiter. Mittlerweile ist der 25-Jährige seit über zwei Jahren Produktionsleiter der ICA Hagen GmbH. Dort ist Friedrich dafür verantwortlich, dass jährlich rund 1,4 Millionen BMW-Fahrwerksteile für Hinterachsen sowie etwa 800.000 Bauteile anderer namhafter Automobilhersteller einen qualitativ hochwertigen Korrosionsschutz im MICROZINQ®-Verfahren erhalten. Zuständig ist er für den operativen Ablauf der Produktion, die Kontrolle der Produktionsabläufe, aber auch für die Personalplanung, das Lieferantenmanagement für Großkunden und die Qualitätskontrolle. „Als Automobilzulieferer für BMW sind die Anforderungen an die Qualität sowie an die Dokumentation enorm hoch“, erklärt Friedrich. „Das macht die Arbeit auch so interessant, denn jeder Tag ist eine neue Herausforderung.“

Nachahmung erwünscht

Klar, dass Tobias Friedrich seinen Werdegang anderen Jugendlichen wärmstens empfehlen kann. „Bei Voigt & Schweitzer stimmt das Umfeld und die Kommunikation auf allen Ebenen. Man wird gefordert und gefördert, so dass man seine Ziele erreichen kann, wenn man will. Das schätze ich sehr“, so Friedrich. „Außerdem arbeitet man in einem innovativen Betrieb mit hervorragenden Zukunftsaussichten – das ist natürlich eine super Motivation.“

Das kann auch Ausbildungsleiter Dirk Rothmann unterschreiben: „Alle, die bei uns eine Ausbildung beginnen, können davon ausgehen, dass sie bei uns unterkommen, wenn sie die entsprechende Leistung bringen. Und das nicht nur für ein halbes Jahr.“ Wer sich also auch vom Zink-Virus infizieren lassen möchte, kann sich die Arbeit sogar direkt vor Ort ansehen. „Wir sind Leute zum Anfassen. Man kann sich hier auch mal vorstellen und fragen, ob man durch den Betrieb geführt wird. Das ist kein Problem bei uns.“

Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG: Schutz und Design für Stahl

Die Geschichte von Voigt & Schweitzer ist verbunden mit einer Vision: Oberflächentechnik auf Stahl als professionelle industrielle Dienstleistung auf Grundlage handwerklicher Präzision und Qualität.