Monteurin bei Blumenbecker

Schirin Heder hat ihren Traumjob gefunden.
Schirin Heder hat ihren Traumjob gefunden.

Schirin Heders langer Weg zu ihrem Wunschberuf

Es war ein verschlungener Weg, den Schirin Heder nehmen musste, bis sie endlich ihren Traumjob hatte. Und der ist, auch heute noch, für eine Frau eher ungewöhnlich. Denn Heder ist gelernte Industriemechanikerin und arbeitet als Monteurin bei der Blumenbecker Industrie-Service GmbH.

"Ich habe mich schon als Kind immer für Technik interessiert", erinnert sich die 28jährige Hohenlimburgerin. "In der Schule war Technik auch mein Wahlfach." Aber als sie sich nach der Mittleren Reife um einen Ausbildungsplatz im technischen Bereich bewarb, stellte Schirin Heder schnell fest, dass die Einstellung von Frauen in diesem Bereich für viele Unternehmen offenbar noch nicht selbstverständlich ist.

Obwohl sie außer ihren Zeugnissen auch noch erste nebenberufliche Erfahrungen in der Reparatur von Kranen und Elektromotoren nachweisen konnte und verschiedene Eignungstests mit Bravour absolvierte, erhielt sie nur Ablehnungen. "Also habe ich erstmal eine Ausbildung als Erzieherin und mein Fachabitur gemacht und nebenbei weiter Krane und Motoren repariert."

Lange nach Job gesucht

Schirin Heders Arbeitsplatz auf dem Brückenkran
Schirin Heders Arbeitsplatz auf dem Brückenkran

Aber auch nach dem Abschluss ihrer Erstausbildung und mit nunmehr fast fünf Jahren technischer Erfahrung wollte sie immer noch niemand, den sie anschrieb, ausbilden. Auch die Arbeitsagentur versuchte zunächst, aus ihr eine Kraftfahrerin zu machen, bevor sie schließlich einen Bildungsgutschein für die Ausbildung in ihrem Wunschberuf erhielt.

Doch für die frischgebackene Industriemechanikerin wiederholten sich die Erfahrungen von zuvor. Obwohl Handwerk und Industrie immer wieder über Fachkräftemangel klagen, wollte sie niemand einstellen. "Ich vermute mal, das hatte schon etwas damit zu tun, dass ich eine Frau bin", sagt Heder.
Weil sie unbedingt arbeiten wollte, verdingte sie sich bei einer Zeitarbeitsfirma, die sie aber bald wieder verließ. "Und dann kam ich zu Blumenbecker", lächelt sie. "Da kann ich jetzt genau das machen, was ich schon immer wollte. Und es gefällt mir super."

Schirin Heder arbeitet als Monteurin im Außendienst. Das heißt, sie wartet Industrieroboter bei Daimler-Benz oder Krane bei der Meyer-Werft – verantwortungsvolle Aufgaben, die sie inzwischen teilweise schon allein erledigt. Um die Voraussetzungen für ihre Beschäftigung zu schaffen, wurde bei Blumenbecker in Iserlohn durch den Umbau der Sanitäreinrichtungen extra ein separater Duschraum geschaffen.

Frauen in Führungspositionen

Astrid Blumenbecker
Astrid Blumenbecker

Es ist kein Zufall, dass Schirin Heder gerade bei Blumenbecker so offen aufgenommen wurde. Die Geschäftsführerin des Industrie-Service, Sonja Foremny, die früher die Niederlassung Iserlohn geleitet hat, weiß aus eigener Erfahrung, dass es Frauen in der Industrie häufig immer noch schwer gemacht wird.

Sie bringt die Position von Blumenbecker dazu auf den Punkt: "Frau Heder macht einen klasse Job, und das ist es, worauf es bei uns ankommt", sagt sie.
Eine Philosophie, die unternehmensweit gilt. So gibt es neben Foremny Geschäftsführerinnen und Prokuristinnen bei den drei chinesischen Blumenbecker Gesellschaften, bei Blumenbecker in Russland sowie bei der Westekemper Engineering GmbH und der Blumenbecker Technik GmbH in Deutschland.

Für Mehrheitsgesellschafterin Astrid Blumenbecker sind das Schritte in die richtige Richtung. "Meine Tante, Marianne Blumenbecker, hat die Vorurteile, denen eine Frau an der Spitze eines Industrieunternehmens manchmal entgegentreten muss, selbst erlebt. Deshalb ist ihr die Förderung von Frauen stets ein besonderes Anliegen gewesen. Vielleicht finden Frauen darum bei uns mehr Möglichkeiten vor als in manchen anderen Industriebetrieben."