Industriebeschäftigung zum Jahreswechsel 2013/14

Industriebeschäftigung in Nord-Westfalen

Fast 250.000 Beschäftigte im "Maschinenraum Nord-Westfalens"

Nord-Westfalen gehört zu den führenden Wirtschaftsregionen Deutschland. Eine ihrer tragenden Säulen und bedeutenden Arbeitgeber ist die Industrie. Die etwa 3000 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes meldeten Ende 2013 knapp 172.0000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer. Das war mehr als  jeder fünfte Arbeitsplatz zwischen Ems und Emscher. Nimmt man die mehr als 77.000 Beschäftigten in weiteren Produktionsbereichen (Bergbau, Baugewerbe, Energie- und Wassererzeugung) hinzu, ist es sogar fast ein Drittel (30,5 %).

Dieses produzierende Drittel der nord-westfälischen Wirtschaft hat  starke ökonomische Wirkungen auf die  beiden anderen Drittel, die vom Dienstleistungssektor geprägt werden. Die wesentliche Beschäftigungsgrundlage vieler Unternehmen, die nicht direkt in Fertigungsprozesse eingebunden sind, bilden Aufträge aus der Industrie. Das gilt in besonderer Weise auch für die Zeitarbeitsunternehmen. Die Produktion bleibt damit der Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region – im wahrsten Sinne der Maschinenraum Nord-Westfalens. 

Das Produktionsprofil der Region ist geprägt durch eine Vielzahl familiengeführter mittelständischer Unternehmen. Es wird – vor allem im nördlichen Ruhrgebiet – ergänzt durch Großbetriebe aus den Bereichen Chemie, Energie und Steinkohle. Viele Unternehmen gehören in ihren Märkten zur nationalen und internationalen Spitze, nicht selten sind sie Markt- und Innovationsführer. Produkte made in Nord-Westfalen haben weltweit einen guten Namen.

Maschinenbau im Branchenranking weiter vorn

Bestimmten noch Anfang der 1980er Jahre der Steinkohle-Bergbau mit großen Schachtanlagen im Vest, in Ahlen und in Ibbenbüren zusammen mit der Textil- und Bekleidungsindustrie in weiten Teilen des Münsterlandes den regionalen Branchenmix, so sind es heute andere Industriebereiche: Das Branchenranking wird  weiter angeführt vom Maschinenbau (etwa 35.200 Beschäftigte), gefolgt von der Nahrungs- und Futtermittelindustrie (23.100), den Herstellern von Metallerzeugnissen (18.900), der Chemie (13.100) und den Herstellern von Kunststoffwaren (12.700). Diese fünf Bereiche stehen für  60 Prozent der heimischen Industriearbeitsplätze. 

Die nord-westfälischen Industrie-Arbeitsplätze – gut drei Viertel davon entfallen auf das Münsterland - verteilen sich sehr ungleichmäßig auf die 78 Städte und Gemeinden. Neben ausgesprochenen Industrie-Standorten finden sich Kommunen, in denen die Industrie kaum eine Rolle spielt. Es gibt Standorte mit einem gesunden Industriemix, andere sind stark von Einzelbranchen oder einzelnen großen Industriearbeitgebern geprägt. 

Gelsenkirchen vor Münster und Bocholt

Die "Industrie-Hauptstadt" Nord-Westfalens bleibt Gelsenkirchen (etwa 13.900 Industrie-Arbeitsplätze) knapp vor Münster (13.200).  Es folgen Bocholt (9.300), Oelde (6.300), Beckum (5.700) und Ahaus (5500).  Weitere bedeutende Industrie-Standorte sind Vreden (4900), Emsdetten (4.500), Ahlen (4.400), Marl (4200), Rheine (4.200), Gronau (4.000) und Bottrop (4000). 

Diese 13 größten Industriestandorte stehen für fast die Hälfte der nord-westfälischen Industriebeschäftigten und sind damit tragenden Säulen der Industrieregion. Weitere 36 Kommunen weisen mehr als 1000 Industriebeschäftigte auf. In den übrigen Städten und Gemeinden liegen die Zahlen zum Teil deutlich unter 1000. 

Sassenberg mit höchstem Industrieanteil

Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man den Anteil der Industrie an der Gesamtbeschäftigung betrachtet. Hier wird das Feld angeführt von einer "Industrie-Gemeinde" im östlichen Münsterland: In Sassenberg kommen fast zwei von drei Arbeitsplätzen aus dem Produzierenden Bereich, der Industrieanteil im engeren Sinne liegt bei bemerkenswerten 62 Prozent. 

Es folgen Oelde (56), Rosendahl (55), Mettingen (55) und Vreden (55). Die beiden regionalen "Industrie-Hauptstädte" Gelsenkirchen und Münster können beim relativen Industrieanteil nicht glänzen: Gelsenkirchen befindet sich mit knapp 19 Prozent im hinteren Mittelfeld, Münster – mit über 150.000 Arbeitsplätzen der Beschäftigungs-Magnet der Region – belegt in dieser Hinsicht mit unter 9 Prozent den vorletzten Platz. 

Die Teilregion mit dem höchsten Industrieanteil ist der Kreis Warendorf (37 %) gefolgt vom Kreis Borken (32).

Die Beschäftigtenstatistik weist seit 2009 deutlich weniger Einzeldaten auf kommunaler Ebene aus. Das Branchenbild hat deshalb eine Reihe von Lücken. Soviel lässt sich sagen: 

Die fünf führenden Standorte des nordwestfälischen Maschinenbaus sind Oelde (4200 Arbeitspläze), Beckum (3300), Münster (2700),  Bocholt (2600) und Dülmen (1700).

Weitere Top-Standorte für einzelne Industriebranchen sind:

  • Gelsenkirchen, Münster und Mettingen für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie  
  • Ahlen, Ahaus, Gelsenkirchen, Emsdetten und Stadtlohn für die Herstellung von Metallerzeugnissen
  • Münster und Marl für die Chemische Industrie 
  • Ahaus und Stadtlohn für die Möbelproduktion
  • Emsdetten für die Textilhersteller 
  • Sendenhorst und Ahaus für die Kunststoffindustrie

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