Marcel Gustav Krogbeumker, Geschäftsleitung Phoenix Zement, Dr. Wolfgang Fink, Gruppen-Geschäftsführer Blumenbecker, NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart, Henning Rehbaum Wirtschaftspolitischer Sprecher CDU, Kai Uwe Knapheide, Vorstand Industrieverein Beckum

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart zum Informationsbesuch bei Blumenbecker

Montag 03. Sep. 2018

Beckum, 24.08.2018 – Das Thema Digitalisierung stand am Freitag, den 24. August, im Mittelpunkt des Besuchs von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der Blumenbecker Gruppe in Beckum. Im Rahmen der zweistündigen Visite stellte Dr. Wolfgang Fink, Geschäftsführer der Blumenbecker Gruppe, Minister Pinkwart am Beispiel von drei Projekten die Digitalisierungsstrategie des Unternehmen vor. In einem Podiumsgespräch vor rund 60 geladenen Gästen aus der Beckumer Politik und Wirtschaft tauschte sich der Minister mit Dr. Fink und den Projektleitern über den Stand der Digitalisierung beim Industriedienstleister Blumenbecker aus. Die Herausforderungen und Aufgaben, die Politik und Wirtschaft bei der digitalen Transformation in NRW angehen und lösen müssen, wurden ebenfalls diskutiert.

Die drei in kurzen Videofilmen vorgestellten Projekte zeigen neue digitale Lösungen von Blumenbecker für die Bereiche Flughafenlogistik, Industrieservice und Schaltanlagenproduktion, die sich gewinnbringend für den Kunden in einen Industrie 4.0-Kontext integrieren lassen. Die praktische Umsetzung der neuen digitalen Schaltanlagenfertigung testete der Minister zusammen mit dem Projektverantwortlichen in einer Live-Anwendung direkt auf dem Podium. In seinem Abschlusswort zum Ende seines Besuchs zeigte sich Minister Pinkwart beeindruckt vom digitalen Innovationsgeist der Blumenbecker Gruppe und lobte den international aufgestellten Industriedienstleister als ein „Best-practice-Beispiel" für die Region: Dies zeige einmal mehr die Wichtigkeit mittelständischer Unternehmen, die von seinem Ministerium forcierte Digitalisierung der Wirtschaft in NRW voranzutreiben. Der Minister lud Dr. Fink dazu ein, bei der NRW-Plattform Wirtschaft und Arbeit 4.0 mitzuarbeiten und Blumenbeckers Expertise, Anregungen und Ideen in puncto Digitalisierung einzubringen.

Das Fazit von Geschäftsführer Dr. Wolfgang Fink zum Besuch des hochkarätigen Gastes aus Düsseldorf war rundum positiv: „Es freut uns sehr, dass wir Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart, für den die Themen Digitalisierung und Innovation besonders im Fokus stehen, mit unserer Digitalisierungsstrategie und den dazu gezeigten neuen Projekten überzeugen konnten. Sein Interesse an unserem Unternehmen ist eine große Anerkennung für uns und die Arbeit unserer Mitarbeiter bei Blumenbecker.“

Der Ministerbesuch bei der Blumenbecker Gruppe, einem Beckumer Familienunternehmen in dritter Generation, kam auf Initiative des Beckumer Industrie e. V. zustande.

 

Beispiel Smart-Dolly-Projekt
Digitalisierung am Flughafen
Auf Flughäfen ist die Organisation der Vorfeldprozesse – z. B. der Gepäck- und Frachtguttransport per Zugschleppern mit Anhängern, sogenannten Dollies – ein wichtiger Baustein für einen effizienten Betriebsablauf. Für das Pilotprojekt „Smart Dolly" am Leipziger Flughafen wurden erstmals 30 dieser Dollies mit Funk- und Sensortechnologie ausgerüstet, über die verschiedene Statusinformationen digital in Echtzeit gesammelt und an einen zentralen Leitstand übermittelt werden: z. B. Standort, Park- oder Einsatzstatus, Beladungszustand und Wartungsbedarf.

Die Vorteile: Dank Echtzeitortung und individueller Kennung kann jeder Dolly je nach Standort und Betriebsstatus bedarfsgerecht mit optimaler Routenplanung eingesetzt oder punktgenau gewartet werden. Das gewährleistet einen zeit- und kostensparenden, sicheren Logistikbetrieb. Das digitale System ist auf andere Branchen übertragbar, zum Beispiel für den Einsatz in wiederverwendbare Paletten zur lückenlosen Warenverfolgung von der Produktion bis zur Lieferung beim Kunden.

„Smart Dolly" ist ein Projekt der Blumenbecker Technik GmbH, das mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg ins Leben gerufen wurde. Die Marktreife des Systems ist für Ende 2018 geplant.

Ausgangslage
Je nach Flughafengröße sind bis zu einigen Tausend Dollies (aber auch Gepäckwagen, Fahrgasttreppen, Schleppstanden etc.) auf dem Außengelände und in Hallen im Einsatz oder, oft ungeordnet, abgestellt.
Die Folge: Viel Sucharbeit für die Schlepperfahrer, um geeignete Dollies oder sogar einen bestimmten Dolly für die nächste Transportfahrt zu finden. Blumenbecker Technik, mit einer über 30-jährigen Expertise in der Entwicklung und Fertigung von Flughafenbodengeräten, hat diese Problematik erkannt und zusammen mit dem Fraunhofer-Institut IFF Magdeburg nach einer für den Markt neuen, digitalen Lösung gesucht.

Lösung

  • Einsatz einer intelligenten lokalen Ortungstechnologie – parallel zu einem GPS-basierten Ortungssystem –, die über das Messen der Feldstärke zuverlässig den Standort jedes Dolly individuell in Echtzeit ermittelt. Hinzu kommt die energiesparsame Wireless-Technologie LoRa aus dem Internet der Dinge (IoT), die eine hohe Reichweite besitzt und den Datentransfer zum Leitstand dauerhaft und in Echtzeit garantiert. Der Grund: Die geforderte Information muss schnell und so kostengünstig wie möglich übertragen werden. Insbesondere hohe Datenabfragen generieren mit anderen Übertragungssystemen (z. B. M2M) erheblich Mehrkosten.
  • „Herzstück" der Smart Dollies sind an ihnen befestigte GSE-Tracker (GSE: Ground Support Equipment). Über diese multifunktionalen Funksensoren werden neben der genauen Position auch Statusinformationen der einzelnen Dollies, z. B. beladen oder unbeladen, an einen zentralen Leitstand übermittelt.

Umsetzung

  • Für den im Februar am Flughafen Leipzig gestarteten Praxistext wurden 30 Dollies eines renommierten Frachtdienstleisters mit den GSE-Trackern ausgerüstet.
  • Die digital per Funk übermittelten Echtzeitdaten laufen in einem zentralen Leitstand zusammen. Hier werden die Digitaldaten nach verschiedenen Parametern überwacht und ausgewertet.
  • Schlepperfahrer bekommen die Standortpositionen der freien oder gewünschten Dollies über einen Monitor angezeigt und können sie ohne zeitraubende Suchfahrten gezielt anfahren und anhängen. Das gewährleistet einen effizienten Material- und Personaleinsatz in den Vorfeldprozessen des Flughafens unter bestmöglicher Ausnutzung der bestehenden Infrastruktur.
  • Das digitale System sammelt die individuellen Belastungsprofile der Dollies, wertet sie aus und berechnet daraus für jeden Dolly den nächsten Wartungstermin. Diese bedarfsgerechte Wartung gewährleistet so die permanente Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Dollies. Ein wichtiger Kostenfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafenbetreibers oder Logistikdienstleisters.

Projektleiter: Ralf Herzog, Geschäftsführer Blumenbecker Technik GmbH

 

Beispiel Industrieservice 4.0
Digitalisierung in der Instandhaltung

Mit der Digitalisierung der Wartung, Prüfung und Instandhaltung industriell genutzten Anlagen und Maschinen, z. B. von Industrierobotern, Elektroantrieben oder Krananlagen, setzt Blumenbecker für seine Kunden einen Meilenstein im Bereich Industrieservice 4.0. Die Kennzeichnung der Betriebsmittel beim Kunden erfolgen durch RFID-Chips. Sämtliche technischen Informationen und Dokumentationen zum Betriebsmittel wie beispielsweise Prüf- und Wartungsberichte sind in einem zentralen Kundenportal hinterlegt und können jederzeit drahtlos abgerufen und interaktiv aktualisiert oder ergänzt werden, z. B. über mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones. Daten zum Betriebszustand und zu aufgetretenen Störungen können ebenfalls erfasst werden.

Die Vorteile: Jedes Betriebsmittel kann durch Scannen anhand seiner digitalisierten Daten verwechslungsfrei identifiziert werden. Wird zum Beispiel Blumenbecker mit der Wartung vor Ort beim Kunden beauftragt, kann sich die ausführende Fachkraft alle benötigten Produktinformationen, Herstellervorgaben, Checklisten sowie die Prüfungs- und Reparaturhistorie aus dem Datenportal auf seinem mobilen Endgerät anzeigen lassen und entsprechend der neuen Wartung ergänzen und aktualisieren. Führt der Kunde selbst oder ein andere Industriedienstleister die Wartung durch, können die Ergebnisse ebenfalls im Portal hinterlegt werden. Zusammen mit den aus dem laufenden Betrieb gesammelten und aufbereiteten digitalisierten Daten lassen sich so Prüftermine vorausschauend planen und mögliche Probleme, z. B. Teileverschleiß, frühzeitig erkennen und beheben. Das
gewährleistet eine schnelle, bedarfsgerechte und damit kostensparende Wartung und verhindert teure Ausfall- oder Stillstandszeiten der Anlagen.
Die rechtssichere Ablage von Dokumentationen und Prüfberichten ist so ebenfalls garantiert.

Ausgangslage
Anlagen und Maschinen müssen für einen rentablen Betrieb möglichst störungsfrei laufen. Um das bestmöglich zu gewährleisten, ist das Sammeln, Aufbereiten und Auswerten von digitalen Daten zu den Betriebsmitteln notwendig, damit eine Leistungsminderung oder ein bevorstehender Ausfall rechtzeitig erkannt und eine vorbeugende Instandhaltung geplant werden kann.

Lösung

  • Blumenbecker bietet seinen Kunden das komplette herstellerunabhängige digitale Identifizieren, Prüfen und Dokumentieren von Betriebsmitteln an.
  • Die Betriebsmittel werden mit Anhängern oder Klebestreifen gekennzeichnet, in denen sich ein RFID-Chip befindet.
  • Alle zum Betriebsmittel vorhandenen Informationen und Dokumentationen sind digital auf einem Online-Datenportal hinterlegt und für autorisierte Blumenbecker- und Kundenmitarbeiter verfügbar.
  • Per Scanner werden über den Chip oder Barcode alle Informationen zu dem zu prüfenden Betriebsmittel auf dem Display eines mobilen Endgeräts angezeigt. Die Prüf- und Wartungsschritte werden über das Endgerät erfasst und auf dem Datenportal digital hinterlegt. Das
  • Hinterlegen von Informationen aus kundeneigenen Wartungsarbeiten oder von externen Servicedienstleistern ist auch möglich.
  • Nach Durchführung der Wartung kann der Kunde die Ausführung des Auftrags direkt auf dem Tablet unterschreiben und erhält sofort eine digitale Kopie inklusive Dokumentation.
  • Das zertifizierte Datenportal gewährleistet eine rechtssichere Ablage aller Berichte und Dokumentationen.

Projektleiter: Achim Serak, Operations Manager, Blumenbecker Industrie-Service GmbH

 

Beispiel Schaltanlagenfertigung 4.0
Digitalisierung in der Produktion
Am Beispiel der Schaltanlagenproduktion zeigt Blumenbecker, welche Vorteile die Digitalisierung von Prozessschritten für eine optimierte automatisierte Fertigung bietet – von einzelnen Baugruppen bis hin zum kompletten Produkt.
Die Vorteile: einfachere, schnellere und fehlerfreie Fertigung mit hoher reproduzierbarer Qualität und Sicherheit. Und die Anwendung des Verfahrens für den modifizierten Einsatz in der Fertigung von Produkten in anderen Branchen.

Ausgangslage
2015 begann Blumenbecker, seine Produktion von Schaltschränken neu zu denken – mit zwei zentralen Ausgangsfragen:

  • Wie können die Fertigungsprozesse verbessert werden, sodass sie noch einfacher und schneller werden und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Qualität und Sicherheit garantieren?
  • Wie lässt sich eine lückenlose, ständig aktualisierbare Dokumentation der Anlagen für den Kunden und den Service realisieren?

Lösung

  • Papierlose digitale Erfassung aller für die Fertigung einer Schaltanlage relevanten Daten und Informationen in einer zentralen Daten-Cloud: von den Artikelnummern der einzelnen Bauteile bis hin zur Darstellung des Bauplans für die Anlage. Dabei können auch Daten
  • aus unterschiedlichen Quellen oder Formaten wie CAD- und ERP-Systemen oder aus individuellen Kundenvorgaben verarbeitet werden.
  • Alle für den Bau einer Schaltanlage benötigten Bauteile und Baugruppen bekommen einen scanbaren QR-Code, der eine verwechslungsfreie Identifikation garantiert und dem Mitarbeiter in der Fertigung die genaue Positionierung für den Einbau im Schaltschrank anzeigt – virtuell auf einen Arbeitsplatzmonitor und optisch real per Lichtindikator im Schrankgehäuse.
  • Gesteuert werden die Kernprozesse der gesamten Fertigung eines Auftrags über die unternehmenseigene EIP-Software (Easy Intelligent Process) anhand der digitalisierten Daten.
  • Umsetzung
  • Die Digitalisierung der Produktion umfasst alle Prozessschritte der Schaltanlagenfertigung: digitale Erfassung der Bauteile im Wareneingang mit anschließender Lagerung, Materialbereitstellung, CNC-Blechbearbeitung und -zuschnitt für das Anlagengehäuse, Konfektionierung der elektrischen Leitungen im Schaltschrank sowie Konfektionierung, Einbau und Verdrahtung der Funktionsgruppen und die abschließende qualitätssichernde Funktionsprüfung der Schaltanlage nach Vorgaben des Kunden und der geltenden Normen und Richtlinien.
  • Alle auftragsrelevanten Daten stehen digital verknüpft zu jeder Zeit und an jedem Ort in Echtzeit über die zentrale Daten-Cloud zur Verfügung. Kurzfristige Änderungen am Auftrag durch den Kunden, z. B. am Aufbau der Anlage, können online eingegeben werden und sind in der Fertigung sofort sichtbar. Auch das dafür eventuell nötige nachträgliche Ordern von zusätzlichen Bauteilen ist so schnell und
  • sicher zu realisieren. Das bisher für solche Änderungen oder Nachbestellungen aufwendige Erstellen neuer Papierdokumente wie zum Beispiel Aufbauplänen kann so entfallen.
  • Alle Informationen aus dem digitalen Verfahren inklusive der technischen Dokumentation sind jederzeit von jedem Ort über die Daten-Cloud in stets aktueller Form über mobile oder stationäre Endgeräte wie Tablets, Smartphones und PC abrufbar, z. B. auch für den Wartungsservice des Kunden.

Projektleiter: Thomas Hagemann, Abteilungsleiter Innovationsprozessmanagement, Blumenbecker Automatisierungstechnik GmbH

Herausgeber:
B+M Blumenbecker GmbH
Sudhoferweg 99-107
D-59269 Beckum
T: +49 (0) 25 21 84 06 -110
www.blumenbecker.com
info@remove-this.blumenbecker.com

Ansprechpartner:
Ralph Mayer
Leiter Kommunikation

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