Studierende treffen Hidden Champions

11.11.2021

Kreis Steinfurt. - Die Chance, ihren vielleicht künftigen Arbeitgeber kennenzulernen, nutzten jetzt knapp 30 Studierende der Fachhochschule Münster, Campus Steinfurt. Sie klinkten sich ein zur elften Auflage des Online-Formats „Meet the Boss“.

Die Industrieinitiative der IHK Nord Westfalen und die FH brachten Unternehmen aus dem Kreis Steinfurt mit ihrem möglichen Fachkräftenachwuchs zusammen. Die Auswahl reichte diesmal vom Hidden Champion der Verpackungsbranche über das traditionsreiche Familienunternehmen bis hin zum Start-up mit der Ambition, „die Welt zu retten“.

Geschäftsführer und Führungskräfte des Agrartechnik-Unternehmens Amazone mit Standort in Tecklenburg-Leeden, von Bischof + Klein aus Lengerich, Trendelkamp aus Nordwalde und Enapter aus Saerbeck warben um mögliche Fachkräfte von morgen. Dass die IHK-Initiative „In|du|strie - Gemeinsam. Zukunft. Leben.“ den Fokus auf den Kreis Steinfurt legte, begrüßte Birgit Neyer: „Viele Studierende auf dem FH-Campus in Steinfurt bekommen gar nicht mit, welche großartigen Unternehmen es hier gibt“, erklärte die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt).

Das sollte sich ändern: Einblicke in die industrielle Vielfalt gewannen die angehenden Wirtschafts- und Chemieingenieure sowie Maschinenbauer aus erster Hand: Carolin Wiebusch-Rakonjac, Leiterin des Ersatzteilwesens bei Amazone, berichtete vom Bedarf an Betriebswirten, Agrarwissenschaftlern und Mechatronikern für das für Qualität und Innovation bekannte Landtechnikunternehmen. Damit die technisch anspruchsvollen Landmaschinen auf dem Acker nicht lange stillstehen, hält das Logistikzentrum in Tecklenburg-Leeden rund 42.000 verschiedene Ersatzteile bereit, um auch dem hohen Serviceanspruch der Kunden gerecht zu werden. „Wer bis 18 Uhr bestellt, erhält das Teil am nächsten Morgen“, unterstrich sie die Bedeutung der Logistik.

Einer der größten Arbeitgeber im Kreis Steinfurt und ein „Hidden Champion“ ist Bischof und Klein. Das Recruiting falle auch hier nicht mehr so leicht wie noch vor einigen Jahren, berichtete Personalleiter Michael Beidermühle. Er warb damit, einen der größten Verpackungshersteller in Europa zu vertreten. Der ist in seiner Liga als einziges Familienunternehmen ein Exot.

Auf eine über 120-jährige Tradition blickt Trendelkamp zurück. Josef Trendelkamp lockte mit vielfältigen Projekten, unter anderem in der Luft- und Raumfahrt und sogar im Bundestag: Der scheinbar schwebende Bundesadler wurde in Nordwalde gefertigt.

Als Unternehmen mit dem Anspruch, „die Welt ein Stück weit besser zu machen“, wurde Enapter angekündigt. „Vor der Maximierung von Gewinnen steht bei Enapter den Klimawandel zu stoppen“, führte Tim Markmann dazu aus. Das Startup will dazu ab Anfang 2023 in einer neuen Fabrik in Saerbeck Elektrolyseure in großen Stückzahlen produzieren. Kompakte Geräte, die grünen Strom in Wasserstoff umwandeln. Fachkräfte seien auch für Enapter nicht leicht zu finden, „obwohl unsere Unternehmensziele es uns etwas erleichtern, begeisterungsfähige junge Menschen für unsere Mission zu gewinnen“.

In den anschließenden Breakout-Sessions mit kleineren Gruppen zeigten sich die Studierenden bestens vorbereitet. Konkret wurde nach Möglichkeiten für Praxissemester oder einen berufsbegleitenden Master-Abschluss gefragt. Das Netzwerken hatte damit aber erst begonnen: Kontaktdaten wurden rege ausgetauscht.

Wer beim nächsten Mal selbst bei „Meet the Boss“ dabeisein möchte: Zwei Gelegenheiten dazu gibt es in diesem Jahr noch: am Mittwoch, 1. Dezember, und am Donnerstag, 16. Dezember, jeweils von 16 bis 18 Uhr.

Anmeldung und Informationen:

www.ihk-nordwestfalen.de/veranstaltungen